Kinder ins Bett bringen – Der fatale Fehler

Grob zusammengefasst gibt es zwei Arten von „Kinder ins Bett bringen“. Die erste Art Eltern sind diejenigen, die ihren Kindern nach allen abendlichen Ritualen eine Gute Nacht wünschen und das Schlafzimmer fit und munter verlassen. Sie haben abends dann noch ein paar Stunden Zeit für sich.

Die andere, viel mehr – zumindest im Bekanntenkreis – verbreitete Art und Weise ist die, sich dazu zu legen! D.h. nach all den abendlichen Ritualen wird das Licht ausgemacht und dann soll geschlafen werden – das sagt man dem Kind. Und man legt sich dazu und täuscht vor, das man auch schlafen will. Der Nachteil des Ganzen ist, dass man ab und zu auch tatsächlich entschläft, um dann 1. durchzuschlafen bis der Wecker am nächsten Morgen klingelt oder um 2. mitten in der Nacht hellwach und ausgeschlafen aufzuwachen. Müde ist man dann erst wieder, wenn der Wecker klingelt.

Aber vor allem kann sich die Einschlaf-Phase in die länge ziehen. Man macht die Augen zu, gibt dem Kind die Hand, liegt verdreht und gequetscht am Bettrand und bewegt sich nicht, in der Hoffnung, dass das Kind schnell einschläft. Bein und Hand sind eingeschlafen, aber egal. Zwischendurch macht man die Augen auf und schaut ängstlich zum Kind rüber und sieht, wie es an die Decke starrt – mit weit geöffneten Augen. Oh nein! In diesem Fall hat noch nicht mal die 1. Phase der Müdigkeit eingetreten, in der es verlangsamt die Augen auf und zu macht. Das kann noch dauern! Wieder schließt man die Augen und geht morgige Einkaufslisten und andere Termine durch. Man wird innerlich unruhig, muss aber äußerlich ganz unauffällig blieben – die Atmung wird gedrosselt. Irgendwann mal schaut man unter der Decke aufs Handy und checkt E-Mails, bis sich das Kind meldet und „Licht“ sagt. Dann macht man es schnell wieder aus. Und es geht weiter, bis sich das Kind nicht mehr bewegt und man große Vorfreude auf ein paar Stunden Freizeit freut. Wenn die Kinder mit 3 Jahren noch in der Kita mittags schlafen, kann es schon passieren, dass das Kind abends nicht müde ist. Das ist die Übergangsphase zu „kein Mittagsschlaf mehr!“

Jetzt verstehe ich Mütter, die mir bereits während der Schwangerschaft gesagt haben: „Aber leg dich nicht dazu! Den Fehler habe ich beim ersten Kind gemacht“. Ich habe mich immer gefragt, was die meinen: Mich nicht zu dem Kind ins Bett legen? Na ja…nu‘ weiss ich es.

Wie man aus der Nummer wieder rauskommt, das weiß ich auch nicht so genau. Aber irgendwie ist es doch immer zu gemütlich, um etwas daran zu ändern.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Kind, Eltern, Geburt, Bonding, Krankenhaus abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu Kinder ins Bett bringen – Der fatale Fehler

  1. Antonia schreibt:

    Wir praktizieren Methode Nr. 3:
    Phase 1 ähnelt Mehtode 1. Leider ist das liebe Kind nach einer Stunde wieder wach. Dann geht Mehtode 1 fließend in Methode 2 über, die manchmal funktioniert, meistens nicht. Liebes Kind brüllt dann so lange, bis die Nachbarn klopfen und wir so verzweifelt sind, dass es entweder mit Mama und Papa auf dem Sofa oder im Ehebett landet und dort so lange rum turnt, bis es irgendwann erschöpft umfällt. Was empfielt sich da?

    • Wie alt ist denn das Kind? Ich denke, dass da oft mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Geht es denn vielleicht zu früh ins Bett?? Wenn wir das Licht ausmachen, dann erzähle ich auch noch eine spannende Geschichte,so dass das Kind liegen bleibt und gespannt zuhört. Hängt aber auch vom Alter ab.

  2. Antonia schreibt:

    17 Monate ist unser Kleiner jetzt. Aber mit dem schlafen war es von Anfang an schwierig. Das einschlafen ist aber meist auch nicht das Problem. Und eigentlich denke ich oft, dass er eher zu wenig schläft. Tagsüber wacht er nämlich meist auch nach einer dreiviertel Stunde wieder auf. Mhm, ich hoffe immer auf ein Wunder und das mit dem nächsten Entwicklungsschub alles einfacher wird…- naja spätestens mit der Pupertät werden meine Hoffnungen sicher erhört 😉

    • Ich kenne einige Kinder, die in kurzen Intervallen schlafen. Aber ich habe auch mitbekommen, dass es Phasen sind und sich das auch noch ändert. Ich sag mir inzwischen bei vielen Sachen, dass alles nur Phasen sind und es auch wieder anders kommt! Das hilft! Aber stimmt, spätestens in der Pubertät wird es anders, da wollen die dann gar nicht mehr aufstehen 😉 alles Liebe!!

  3. Cora Hieke schreibt:

    Ich musste bei deinem Artikel herzlichst lachen (kann ich aber auch nur jetzt, ist ja auch noch nicht Schlafenszeit ;)). Fühlte mich genau in unsere tägliche Einschlafsituation versetzt. Schön zu lesen, dass es anderen Mamis auch so geht 🙂
    @Antonia: habt ihr schon probiert ein Einschlafritual zu initialisieren (Buch lesen, singen, gemeinsam den Tag besprechen, Baden, etc.)? Ich weiß das klingt immer bisschen komisch. Aber ich kenne das aus meiner Arbeitszeit in der Kita. Da haben wir das immer gemacht und es hat selbst bei den hartnäckigsten nicht-SchläferInnen genützt. Jetzt versuchen wir es selbst bei unserem Frühlingskind. Seit mittlerweile über einer Woche und jetzt wirkt es so langsam. Aber Geduld und Zeit braucht es ( wie so vieles im Leben einer Mama). Vielleicht hilft das ja auch bei eurer Maus. Ansonsten schließe ich mich schnickschnackberlin an: es ist alles nur eine Phase 🙂

  4. NathalieK schreibt:

    Tja, ich habe den Fehler nun auch beim zweiten Kind gemacht. Anfangs hab ich es gemacht, weil es so schön war, abends zu kuscheln. Ist ja auch gemütlich! Und sie werden so schnell groß! Nur leider ist es nicht gemütlich, wenn sie rumzappeln, viermal trinken, dreimal Pipi machen und noch fünf Mal die Kuscheltiere neu sortieren müssen…Bei uns ist es abends IMMER ein Kampf. Ich habe Glück, wenn die Kinder um 9 im Bett sind. Wie oft ich schon mit eingeschlafen bin?! Hab aufgehört zu zählen. Ich hab mich auch schon mal darüber ausgelassen: http://ganznormalemama.wordpress.com/2014/04/23/mama-ich-bin-noch-gar-nicht-mude/

  5. Toller Artikel! Danke! Kann man gut nachvollziehen. Bei uns ist gerade die Phase eingetreten: (Im Bett) Ich habe sooo einen großen Hunger, Mama. Möchte noch was essen! 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s